.
  Copra
 



Copra, das geräucherte weisse Fleisch der Kokosnuss. Es ist ein viel gefragter Rohstaff z. B. für Chemie, die Kosmetikindustrie und für die Herstellung von Öl.

Wer meine Frau jetzt kennengelernt hat, der weiß, dass sie immer wieder neue Geschäftsideen entwickelt. So auch diesmal, als wir das erste mal auf Sybuyan waren.

Ihre Familie hat in den Bergen größeren Landbesitz auf dem überwiegen Kokospalmen wachsen. Der Ertrag dieser Bäume, die Kokosnüsse wurden als Schweinefutter verwendet und der Rest fiel ungenutz von den Bäumen und es wuchsen immer mehr Palmen heran.


Die Idee meiner Frau war nun, aus den Kokosnüssen Copra herzustellen und dieses dann in Manila zu Vermarkten. Sie hatte schnell in Manila Interessenten gefunden und und Leute die in den Bergen nur von dem lebten, was der Dschungel so hergibt, waren genug vor Ort. Nur Bargeld hatten sie nicht, wovon auch? Also starteten wir das Unternehmen Copra.

Schnell wurde eine Hütte gebaut in deren unterem Teil sich eine Feuerstelle eingerichtet wurde. Ein Zwischenboden wurde installiert, der auch das Gewicht der das Gewicht der Rohwahre aushielt, den Rauch und die Hitze das Feuers jedoch durchlies. Das Ganze bekam ein Dach von den Blättern der Kokospalmen und fertig war der Grundstock für die Produktion.


 


Kokosnüsse wurden geerntet und zuerst einmal von der äußeren dicken Schale getrennt. Auch ich habe mich mal an diese Arbeit versucht, aber es ist eine Schei..... Arbeit. die ich dann doch den Einheimischen überließ, die darin besser geübt waren.  


Nach dieser Arbeit gillt es das Fleisch aus der harten Schale zu lösen. Das machten dann immer gleich mehrere Leute.


Sie liefern das ausglöste Fleisch bei unserer Hütte an und werden nach Kilo bezahlt.


Wenn ca. fünf Sack angeliefert wurden wird das ganze im Trockenboden verteilt und ein Feuer im unteren Teil entfacht. Wie lange dieser Trockenproces dauert, das ist Erfahrungssache und wird immer wieder überprüft, bis dann die Meldung kommt, die Copra ist fertig zur auslagerung.

Das fertige Produkt wird dann in Säcke verpackt


Copra



Nun Verschiffen wir im Moment monatlich ca. 10 bis 15 Sack a 50 kg Copra nach Manila. Die Nachfrage aber steigt und wir sind gezwungen Kokosnüsse zuzukaufen um die Produktion erhöhen zu können.

Wie es auch sei, der Coprapreis ist in letzter zeit weltweit gefallen und der Gewinn schmilzt dahin. Aber was solls, die Leute haben Arbeit und somit Geld, was sie sonst im Dschungel von Sibuyan nicht verdienen könnten.


Sie werden sich fragen was mit der Kokosmilch passiert. Ganz einfach: das gleiche wie vorher. Sie stellen daraus Kokoswein (Tuba) her wie schon eh und je.
Natürlich musste ich dieses, so wie sie sagten „Nationalgetränk“ kosten ich hätte sonst mein Ansehen in der Gemeinschaft verloren. Ich habe zuerst daran gerochen und es hat mich ein wenig an Stallgeruch erinnert. Aber da musste ich jetzt durch und habe daran probiert. Es schmeckt süß säuerlich, jedoch zusammen mit dem Duft ekelte es mich an. Ich wurde jedoch immer wieder aufgefordert mit der Runde mitzuhalten. Nach dem zweiten Glas merkte ich schon die ersten Wirkungen. Das Zeug hat es in sich, dachte ich bei mir. Nach dem dritten Glas sagte ich dann dankend den Einladungen ab. Sie waren zwar nicht begeistert aber akzeptierten meinen Entschluss. Die Nachwirkungen kamen erst am nächsten Tag.  Immer wieder musste ich zur Toilette und konnte den ganzen Tag nichts unternehmen. Da habe ich mir geschworen: von dem Zeug trinkst du nie wieder etwas.

 

 

 

 


 
  © by red schumi  
 
(c) by red-schumi